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Entdecke Pfälzer Weinvielfalt: Pfalzwein2Go in Duttweiler

Verantwortlicher Autor: Rainer Welker Ramstein-Miesenbach, 13.12.2023, 13:51 Uhr
Presse-Ressort von: Rainer Welker Bericht 6810x gelesen
Stachel und Locker
Stachel und Locker  Bild: Rainer Welker

Ramstein-Miesenbach [ENA] Tauche ein in die Vielfalt pfälzischer Weine bei der Pfalzwein2Go in Duttweiler! Genieße Verkostungen von über 100 Weinen, treffe Winzer und profitiere von Sonderpreisen. Sammle unvergessliche Weinmomente inmitten der malerischen Weinlandschaft der Pfalz. Ein Muss für Weinliebhaber!

Nicht nur bei Regenwetter ist die jährlich stattfindende Pfalzwein2Go in Duttweiler bei Neustadt an der Weinstraße einen Besuch wert. 20 Winzer bieten in der Festhalle bereits zum 8. Mal weit über 100 Weine zur Verkostung an. Ein repräsentativer Querschnitt durch den pfälzischen Weinbau. Die Pfalzwein2Go hat schon ein besonderes Format. Am Winzerstand probieren, Gespräche führen, Weine kartonweise zu Sonderpreisen einkaufen und alles ohne auch nur einen einzigen Karton zu schleppen. Für 10,-€ Eintritt, bewaffnet mit einem Hallenplan, einer Einkaufsliste und einem Glas geht's auf die Runde.

In meinem Fall 3 Runden. Erst eine „Weiß bzw. Rosérunde“, anschließend eine „Rote“ und schließlich die Einkaufsrunde. Zunächst gilt es, eine Vorauswahl auf dem übersichtlich gestalteten Hallenplan zu treffen. Darauf sind alle offiziellen 5 Weine je Winzer mit den Vermerken für Rot/Weiß/Rose/Secco sowie Hinweisen für den Süßegrad gelistet. Nebenbei gibt es für die eigene Bewertung noch drei mehr oder weniger freudige Gesichtspiktogramme je Wein. Wer schön vorselektiert und sich an die Reihenfolge der durchnummerierten Winzerstände hält, hat schon mal konzeptionell alles richtig gemacht. Weine wurden in allen Kategorien, Weiß, Rot, Rosé, Secco und Winzersekt ausgeschenkt.

Rieslingreben, Gewürztraminer, Silvaner, alle Burgunderreben und Piwis waren ebenso vertreten wie der pfälzische Rotwein Nr. 1, der Dornfelder, auffallend viel St. Laurent sowie Spätburgunder, Cabernet Sauvigon und Merlot. Damit sind sicher noch nicht alle aufgezählt, da sich auch eher rare Sorten wie die Siegerrebe finden ließen. Bei den Piwi-Weinen waren Sauvignac, Cabernet Blanc und Satin Noir zu finden. Diese Weine zunehmend in hervorragender Qualität. Erstaunlich, geradezu außergewöhnlich, ist, dass ein Winzer mit 3 historischen Rebsorten, Weißer Lagler, Roter Veltliner und Schwarzurban, an den Start geht. Leider lässt sich nicht bei jedem Winzer jeder Wein probieren. Auch routinierte Tester stoßen bei solchen Mengen an ihre Grenzen.

Beispielhaft habe ich 4 Winzer ausgewählt: • Weingut Armin Locker aus Gimmeldingen. Armin Locker ist nicht nur Winzer, sondern beliefert seine Winzerkollegen auch mit Weinbergspfählen, kurz Stigel genannt, und Flaschenetiketten. Sein Blanc de Noir Cuvée hat es immerhin zur Silbermedaille beim Weinverkoster „Selektion“ gebracht. Ein schöner fruchtiger Blanc de Noir aus 60% Spätburgunder, 30% Sauvignon Blanc und 10% Saint Laurent. Alc: 12,5% vol., RS: 7,9 g/l, S 5,9 g/l. Schön fruchtig, viel Kernobst, angenehme Säure. Guter Trinkfluss.

• Weingut Stefan Fischer aus Schweighofen mit seinen vielfach ausgezeichneten Weinen ist eigentlich immer eine Bank. Sein Saint Laurent 2020 begeistert mich immer wieder. Wie könnte es anders sein mit einer Goldmedaille der Landwirtschaftskammer ausgezeichnet. Alc: 14,0% vol. | RS: 6,2 g/l | S: 5,6 Brombeere, Sauerkirsche nicht zu überladen. Ein Wein, der zu vielen Gerichten passt, ohne sich in den Vordergrund zu spielen.

• Weingut Matthias Stachel aus Maikammer am Fuße des Hambacher Schlosses. Böden aus Buntsandstein, Ton, Löss und Lehm prägen die 19 ha Anbaufläche, die sich bis nach Kirrweiler ziehen. Neben dem klassischen Riesling reifen dort alle Burgundersorten, die entweder als Ortswein bzw. Lagenwein oder auch mal als Cuvée in die Flasche kommen. Ergänzt wird das Portfolio von tollem Merlot und Cabernet Sauvignon. Entschieden habe ich mich für den „Red Moon“, einen Rotwein-Cuvée aus Merlot, St.Laurent und Dornfelder. Alc 13,0%, Säure: 5,2 g/l, RZ: 5,3 g/l. Ein schöner Rotwein-Cuvée mit Waldbeeren, sehr harmonisch, wenig Säure und gut strukturierten Tanninen.

• Weingut Sturm aus Ilbesheim. Ulrich Sturm ist ein Pionier der ganz besonderen Art. Seit 2019 setzt er Stecklinge alter, historischer Rebsorten in die Erde. Wer kennt Namen wie Weißer Lagler, Roter Veltliner, Schwarzurban, Grüner Adelfränkisch oder Schwarzblauer Riesling. Zugegeben, ich kannte sie nicht. Drei seiner Weine hatte er vor Ort. Der Weiße Lagler galt bis 2007 als ausgestorben. Im Mittelalter oft im Mischsatz angebaut und in der Champagne als „Arbane“ bezeichnet, wurde er im Laufe der Jahre vom Chardonnay verdrängt. Gott sei Dank haben Winzer, die auch mal zurückblicken auf das, was einmal war, ihn wiederentdeckt und neu kultiviert. Die weltweit einzigen Winzer, der den Weißen Lagler sortenrein ausbauen, sind die Sturm´s.

Der Rote Veltliner - Bei Veltliner klingelt noch etwas, aber Roter Veltliner vielleicht als Rotweinsorte? Tatsächlich hat der Rote Veltliner keine Verwandtschaft mit dem klassischen Grünen Veltliner, und das "Rot" trägt er nur im Namen. Bis 2005 gab es keinen Roten Veltliner in der Deutschen Gendatenbank. Verstreut an der Badischen Bergstraße bei Heidelberg im Mischsatz mit Zinfandel, Honigler und Heunisch wurden diese Reben wiederentdeckt. Ähnliche Funde gibt es auch an der Nahe im Silvaner und an der Mosel im Riesling mit Trollinger. Die typischen Aromen des Roten Veltliners – Mandarine, Birne und Haselnuss – kommen bei diesem Wein besonders stark zur Geltung. Falstaff vergibt eine Bewertung von 89+ Punkten.

Schwarzurban, eigentlich eine Rotwein-Rebsorte, wurde hier als Rosé ausgebaut. Die Rebsorte, ein Abkömmling des Trollingers, stammt aus der ersten Ernte der neuen alten Reben. Ihr Ursprung liegt in Aserbaidschan und im nordwestlichen Iran, wie die Bezeichnung "Urban" im Namen verrät. Dem Falstaff war dieser Rosé bereits 90 Punkte wert, Chapeau! Ich habe mir fest vorgenommen dem Weingut Sturm einen Besuch zu widmen und mich dort mit dem Thema „Alte Rebsorten“ zu beschäftigen. Ein Bericht dazu folgt.

Die teilnehmenden Winzer in der Auflistung - Weingut BENDERHOF, 67169 Kallstadt, - Weingut STEFAN BENGEL, 67246 Dirmstein - Bioweingut FRANZ BRAUN, 76829 Ranschbach, - Weingut HERMANN EBERLE, 76835 Burrweiler - Weingut STEFAN FISCHER, 76889 Schweighofen, - Weingut KLOHR, 67435 Neustadt-Mußbach - Weingut KNÖLL & VOGEL, 76887 Bad Bergzabern, - Weingut KUNTZ-BECKER, 76831 Göcklingen - Weingut LICHTI UND ASTROH, 67273 Herxheim am Berg, - Weinhandel ARMIN LOCKER, 67435 Gimmeldingen, - Weingut PFAFFMANN, 67482 Böbingen

- Weingut RINCK, 76831 Heuchelheim-Klingen, - Weingut RÖSCH, 67435 Neustadt-Duttweiler - Weingut SCHERR, 76835 Hainfeld, - Weingut JAKOB SCHOLLER, 76831 Birkweiler - SCHORLE-HELDEN, 67435 Duttweiler, - Weingut SCHWEDER, 76879 Hochstadt - Weingut SCHWEPPENHEISER, 76833 Böchingen, - Weingut STACHEL, 67487 Maikammer - Weingut UWE STURM, 76831 Ilbesheim, - Weingut LEONHARD ZETER, 67434 Neustadt-Diedesfeld

Es lohnt sich wirklich, ins kleine 1000-Seelen-Örtchen Duttweiler zu fahren. Die Pfalzwein2Go bietet einen schönen Überblick über die pfälzische Weinlandschaft. So manches Kistchen wandert da in den Kofferraum. Wer sich samstags auf den Weg macht und von Neustadt an der Weinstraße kommend rechts am Ortseingang einen schwarzen Kubus sieht, muss dort unbedingt einen Stop beim Weingut „Bergdolt-Reif u. Nett“ einlegen. Auch das ist absolut empfehlenswert. Fast hätte ich es vergessen: Ab einem Einkaufswert von 100,-€ gibt es die 10,-€ Eintrittsgebühr zurück.

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